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Mars Chroniken
Dein wöchentlicher Funkspruch aus dem All · Lesezeit rund 4 Minuten
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Hallo Raumfahrt-Fan,
willkommen zu deinem Mars Chroniken Newsletter. Letzte Woche ging es hier um Raumschiffe, die andere Objekte im Orbit greifen. Diese Woche geht die Geschichte weiter, und sie wird handfester. Im All wird jetzt geschraubt, getestet und gefertigt. Der Orbit verwandelt sich vor unseren Augen in eine Werkstatt. |
Diese Falcon 9 hatte Chips an Bord
Am Sonntag startete von Cape Canaveral eine auf den ersten Blick völlig gewöhnliche Falcon 9 mit 29 Starlink-Satelliten. Das Interessante klebte außen an der ersten Stufe. Zwei Kapseln in der Größe einer Mikrowelle, sogenannte Fabships des Start-ups Besxar, ritten acht Minuten und 19 Sekunden mit ins All und landeten mit dem Booster wieder auf der Erde. Es ist das erste Mal überhaupt, dass eine wiederverwendbare Nutzlast auf einer SpaceX-Rakete mitfliegt.
Dahinter steckt ein Plan, der kühner kaum sein könnte. Besxar will Halbleiter im Weltraum fertigen, weil die Erde an ihre Grenzen stößt. Rechenzentren für Künstliche Intelligenz ächzen unter Strom- und Kühlungslimits, und irdische Fabriken erreichen nicht das Vakuum und die Reinheit, die die nächste Chip-Generation verlangt. Im Orbit gibt es beides gratis.
Noch wird dort oben nichts gefertigt. Diese ersten Flüge sind ein Härtetest, bei dem irdisch gefertigte Halbleiter-Scheiben zeigen müssen, dass sie Start und Wiedereintritt unbeschädigt überstehen. Die Gründerin nennt es die ultimative Version des Experiments, bei dem man ein rohes Ei unversehrt aus dem Fenster wirft. Zwölf solcher Flüge hat Besxar bei SpaceX gebucht, das Fernziel ist eine Chip-Fabrik im Orbit. Nach Medikamenten aus der Schwerelosigkeit, ihr erinnert euch an unser Varda-Video, greift die nächste Industrie nach dem All.
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Operation am offenen Arm, in 400 Kilometern Höhe
Der Canadarm2 ist das Arbeitstier der Internationalen Raumstation. Seit 2001 fängt der 17 Meter lange Roboterarm Frachtschiffe ein und wuchtet tonnenschwere Bauteile durchs Vakuum. Ende Mai streikte plötzlich eines seiner sieben Gelenke. Der Motor zog mehr Strom als üblich, der Arm bewegte sich nicht mehr wie befohlen. Für eine Station, die ohne diesen Arm weder Fracht empfangen noch sich selbst reparieren kann, ist das mehr als ein Schönheitsfehler.
Also wurde operiert. Die NASA-Astronauten Chris Williams und Jessica Meir stiegen am 30. Juni aus und tauschten in einem sieben Stunden und 20 Minuten langen Außeneinsatz das defekte Handgelenk, ein Bauteil von rund 90 Kilogramm, gegen ein Ersatzteil, das bereits außen an der Station lagerte. Die ersten Tests danach: Strom und Daten fließen wieder. Es war erst die vierte Reparatur am Canadarm2 in 25 Jahren, und der 280. Außeneinsatz an der Station überhaupt. Das defekte Gelenk fliegt zur Untersuchung zurück zur Erde. Man kann es kaum schöner zeigen, warum Menschen im All auf absehbare Zeit unersetzlich bleiben. Der beste Roboter der Station brauchte am Ende zwei Paar menschliche Hände.
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Kurz notiert
Die Teleskop-Rettung läuft. Erinnert ihr euch an den Roboter, der das absturzgefährdete Swift-Teleskop einfangen soll? Am 3. Juli ist die Rettungssonde LINK gestartet, abgeworfen von einem Flugzeug über den Marshallinseln auf einer Pegasus-Rakete. In den kommenden Wochen nähert sie sich dem Teleskop, dann folgt der historisch erste Griff nach einem Satelliten, der dafür nie gebaut wurde.
SpaceX steigt in den Nasdaq-100 auf. Kaum vier Wochen nach dem Börsengang nimmt der Technologie-Index SpaceX zum Handelsstart am 7. Juli auf. Die Aktie notierte zuletzt gut 20 Prozent über dem Ausgabepreis von 135 US-Dollar. Damit wandert der Raketenbauer automatisch in unzählige Indexfonds und Depots, ob deren Besitzer sich für Raumfahrt interessieren oder nicht.
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Passend dazu: Made in Orbit
Chips sind erst der Anfang. Wer verstehen will, wie Fertigung in der Schwerelosigkeit heute schon funktioniert und Geld verdient, findet die Antwort in unserem Video über Varda Space und die ersten Medikamente aus dem Orbit. Es ist die perfekte Vorgeschichte zum Besxar-Start dieser Woche.
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Sneak Peek: Was als Nächstes kommt
Die nächsten Stücke sind in Arbeit, und eines davon greift ein Thema auf, das diese Woche im Newsletter steckt. Mehr verraten wir noch nicht. Bis dahin gilt wie immer: Der Himmel ist keine Grenze, sondern eine Einladung.
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Per aspera ad astra
Dein Sirwan
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