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Mars Chroniken
Dein wöchentlicher Funkspruch aus dem All · Lesezeit rund 4 Minuten
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Hallo Raumfahrt-Fan,
willkommen zu deinem Mars Chroniken Newsletter. Diese Woche dreht sich alles um eine Frage. Wer kontrolliert in zehn Jahren den Orbit, und mit ihm den Zugang zum All. Zwei Raketenstarts geben darauf eine erstaunlich klare Antwort. |
Chinas heimlicher Konter zur Falcon 9
Am 1. Juni hob in der Wüste Gobi eine neue Rakete ab, von der die Öffentlichkeit eigentlich nichts wissen sollte. Es gab keine der sonst üblichen Luftraumsperrungen, die einen Start vorab ankündigen. Erst über chinesische Soziale Medien sickerte durch, dass überhaupt etwas passiert war.
Die Rakete heißt Long March 12B, ist rund 72 Meter hoch und wird von neun Triebwerken der 100-Tonnen-Schub-Klasse angetrieben, die Kerosin und Flüssigsauerstoff verbrennen. Sie bringt etwa 20 Tonnen in die niedrige Erdumlaufbahn und ist damit Chinas direkte Antwort auf die Falcon 9 von SpaceX.
Das eigentlich Bemerkenswerte ist die Dreistigkeit. Auf diesem Jungfernflug saß keine Attrappe, sondern echte, zahlende Nutzlast, nämlich Satelliten für die Qianfan-Konstellation, das chinesische Gegenstück zu Starlink. Eine Bergung der Erststufe wurde noch nicht versucht, die kommt erst später. Qianfan zählt bisher rund 200 Satelliten und zielt am Ende auf mehr als 15.000. Das ist kein einzelner Start. Das ist der Startschuss für ein Rennen um die Industrialisierung des Orbits.
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Europa stellt einen Rekord auf, und kaum jemand redet darüber
Während China heimlich startet, hat Europa am 17. Juni ganz offen Geschichte geschrieben, nur ohne großes Echo. Eine Ariane 6 in ihrer stärksten Ausbaustufe brachte 36 Satelliten auf einmal in die Umlaufbahn. Das ist die schwerste Nutzlast, die je eine Ariane getragen hat.
Möglich machte das ein neuer Feststoffbooster mit der Bezeichnung P160C, der rund 156 Tonnen Treibstoff fasst und gut 14 Meter misst. Statt 32 passen damit 36 Satelliten in einen einzigen Flug.
Geflogen ist der Rekord ausgerechnet für Amazon. Die Satelliten gehören zu Amazon Leo, vormals Project Kuiper, dem Breitband-Netzwerk, mit dem der Konzern Starlink Konkurrenz machen will. Mehr als 3.200 Satelliten sind geplant, verteilt auf über 80 Starts und gleich fünf verschiedene Raketentypen. Europa verdient an diesem Wettlauf also kräftig mit, auch wenn eine eigene große Konstellation noch fehlt. Auch das ist Industriepolitik.
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Kurz notiert
MAVEN ist Geschichte. Die NASA hat ihren Mars-Orbiter MAVEN am 3. Juni endgültig für verloren erklärt, nach über elf Jahren im Orbit. Ein unkontrolliertes Trudeln hinter dem Mars hatte die Batterien leergesaugt. Damit funken nur noch zwei NASA-Sonden um den roten Planeten. Passend zu unserem neuen Video.
Deutschland dockt an die ISS-Nachfolge an. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und das Unternehmen Starlab Space haben am 10. Juni auf der Luft- und Raumfahrtmesse ILA in Berlin eine Absichtserklärung unterzeichnet, um bei der geplanten kommerziellen Raumstation Starlab zusammenzuarbeiten.
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Unser neuestes Video: Das Mars-Desaster
Während die halbe Welt über den Mond diskutiert, verschiebt sich auf dem Mars gerade die Lage. Wir schauen uns an, warum die NASA den roten Planeten ausgerechnet jetzt aus der Hand zu geben droht und welche Roboter dort überhaupt noch fahren.
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Sneak Peek: Kommende Videos
24. Juni - Das Ende der US-Spionage über Europa. Was der Aufstieg von Rüstungselektronik-Firmen wie Hensoldt für Europas Unabhängigkeit im Orbit bedeutet.
28. Juni - Varda Space. Die ersten Medikamente, die im Orbit hergestellt werden, und warum sie tatsächlich funktionieren.
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Per aspera ad astra
Dein Sirwan
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