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Mars Chroniken
Dein wöchentlicher Funkspruch aus dem All · Lesezeit rund 6 Minuten
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Hallo Raumfahrt-Fan,
diese Woche geht es um große Zahlen: 26 Satelliten, mit denen Starship am Dienstag zum ersten Mal in den Orbit fliegen soll, 20 Milliarden Euro, mit denen Europa in Paris seinen eigenen Weg ins All finanzieren will, und ein Galaxien-Riese von 5.000 Milchstraßenmassen aus der Jugend des Universums. Dazu gibt es eine Korrektur in eigener Sache und ein Angebot, das nur in dieser Mail steht. |
Flug 14: Jetzt bestätigt SpaceX den Orbit
Seit Wochen mussten wir den ersten Orbitflug von Starship aus Behördenpapieren herauslesen. Am 15. September hat SpaceX den Flugplan endlich selbst veröffentlicht, und er bestätigt die Lesart: Am Dienstag, 22. September, soll Starship zum ersten Mal in eine Umlaufbahn fliegen. Das Startfenster öffnet um 14:15 Uhr unserer Zeit und ist 75 Minuten lang, die Genehmigung der Behörden steht noch aus. Geplant sind rund 275 Kilometer Höhe, etwa sechs Erdumrundungen und 26 Starlink-Satelliten der dritten Generation mit je einem Terabit pro Sekunde Kapazität. Das ist laut SpaceX rund zehnmal so viel, wie ein Falcon-9-Start mit der Vorgängergeneration ins Netz bringt. Nach knapp zehn Stunden soll das Schiff im Pazifik westlich von Chile wassern.
Eine Korrektur in eigener Sache: In unserer Sonderausgabe vom 15. September stand noch, das Fenster schließe um 16:14 Uhr und das Schiff wassere im Indischen Ozean. Beides stammte aus der Planung der Luftfahrtbehörde FAA und der bisherigen Startlizenz und ist jetzt überholt: Das Fenster endet um 15:30 Uhr, gewassert wird im Pazifik.
Bemerkenswert ist, wie vorsichtig SpaceX den Schritt in den Orbit angeht: Das Einschussmanöver 25 Minuten und 28 Sekunden nach dem Start zündet nur, wenn die Technik für die Rückkehr ausreichend Redundanz hat. Denn aus der Umlaufbahn kommt das Schiff nur wieder heraus, wenn ein einzelnes Raptor-Triebwerk im All noch einmal zündet. Und Elon Musk hat die nächste Stufe schon angekündigt: Läuft Flug 14 gut, will SpaceX bei Flug 15 zum ersten Mal versuchen, das Schiff zu fangen.
Den kompletten Ablauf mit allen Uhrzeiten findest du in unserem aktualisierten Artikel zu Flug 14. Und am Dienstag sind wir live dabei, die Erinnerung für unseren Livestream kannst du schon jetzt setzen.
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Zum Start am 22. September
Zehn Stunden Flug, ein Bildschirm: das Start-Cockpit
Der Countdown hält, und niemand sagt warum. Eine Zahl blinkt auf, und man weiß nicht, ob sie gut ist. Für genau diese Minuten haben wir das Start-Cockpit gebaut, eine Seite im Browser neben dem Stream, am Laptop oder am Handy, ohne App. Die Flug-Timeline kennt schon den offiziellen Ablauf von SpaceX, vom Abheben bis zur Wasserung im Pazifik.
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Missionsuhr mit Countdown und Mission Clock, die bei jeder Verschiebung von selbst mitwandert |
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Flug-Timeline: jedes Ereignis vom Abheben bis zur Wasserung erklärt, die Markierung läuft live mit |
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Was an Flug 14 neu ist, Eckdaten der Starship V3 und das Startwetter Stunde für Stunde |
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Alle bisherigen Starship-Flüge mit unseren Analysen, dazu die Meldungen von SpaceX aus X an einer Stelle |
Der Zugang kostet einmalig 9,60 Euro inklusive Umsatzsteuer, kein Abo. Verschiebt sich der Start, gilt er ohne Frist weiter, bis 48 Stunden nach dem Flug. Unser Livestream auf YouTube bleibt natürlich kostenlos.
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20 Milliarden Euro fürs All, und die Amerikaner sagen ab
Ausgerechnet der Gipfel, auf dem Europa seine Unabhängigkeit im All organisieren wollte, fand ohne die großen Amerikaner statt. Beim International Space Summit am 9. und 10. September im Pariser Grand Palais, ausgerichtet von Frankreich und Deutschland, hatten SpaceX, Blue Origin, Stoke Space und Starcloud ihre Teilnahme zurückgezogen. Das französische Forschungsministerium spricht von Druck aus Washington, laut dem Techportal The Next Web hatte das Technologiebüro des Weißen Hauses amerikanischen Firmen Ende August von der Teilnahme abgeraten.
Über Geld wurde trotzdem geredet, und zwar über viel: Rund 20 Milliarden Euro an Investitionen sollen die 51 Vereinbarungen des Gipfels bringen. Einer der dicksten Aufträge ging an ein deutsch-französisches Start-up. The Exploration Company bekommt von der ESA bis zu 760 Millionen Euro für ihre wiederverwendbare Frachtkapsel Nyx, 310 Millionen davon fest für eine Demonstrationsmission, die spätestens im zweiten Quartal 2029 an der ISS andocken soll.
Die Pointe lieferte dann doch Amerika. Blue Origin blieb zu Hause, doch Amazon, das Unternehmen desselben Gründers Jeff Bezos, bucht für seine Satellitenkonstellation Amazon Leo sechs weitere Starts der Ariane 64 und kommt damit auf 24. Insgesamt meldet Arianespace sieben Verträge über rund zehn Starts und spricht vom größten Auftragseingang, seit die Ariane 6 im Dienst ist. Ursula von der Leyen brachte die Stimmung auf den Punkt: Der Zugang zum All entscheide zunehmend über Europas Sicherheit. Unsere Einschätzung: 20 Milliarden Euro an Zusagen sind noch keine Rakete. Aber wenn ausgerechnet Amazon in Kourou nachbucht, während Washington zum Fernbleiben rät, dann ist ein eigener europäischer Zugang zum All kein Prestigeprojekt mehr, sondern schlicht gefragt.
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5.000 Milchstraßen, als das Universum noch jung war
Eigentlich dürfte es so etwas kaum geben. Ein internationales Team um Vandana Ramakrishnan, die die Studie als Doktorandin an der Purdue University leitete, hat den entferntesten bekannten Proto-Supercluster gefunden, eine lose Ansammlung von Galaxien, die sich eines Tages zu einem Haufen aus Galaxienhaufen zusammenziehen wird. COSMOS-z3.1-A bringt rund 5.000 Milchstraßenmassen auf die Waage, und wir sehen ihn so, wie er war, als das Universum erst 2,1 Milliarden Jahre alt war. "Wir gehen davon aus, dass auf 10.000 Galaxienhaufen weniger als ein solches Objekt kommen sollte", sagt Ramakrishnan.
Aufgespürt hat das Team den Riesen unter 150 entfernten Protohaufen der Himmelsdurchmusterung ODIN. Sie entsteht mit einer 570-Megapixel-Kamera am Vier-Meter-Teleskop Víctor M. Blanco in Chile, dazu kamen Messungen an weiteren Teleskopen in Chile und auf Hawaii. Mehr als 100 Beobachtungsnächte in drei Jahren stecken in der Studie, erschienen im Astrophysical Journal.
Spannend ist der Fund, weil große Strukturen nach dem gängigen Bild langsam wachsen: Aus Galaxien werden über Milliarden Jahre Haufen und schließlich Superhaufen. Unsere Einschätzung: Ein einzelner Ausreißer stürzt kein Weltmodell, aber er zeigt, wo die Modelle der Frühzeit noch nachgeschärft werden müssen.
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Kurz notiert
Europas Doppelstart aus Kourou ist geglückt. Am 15. September um 03:21 Uhr unserer Zeit brachte eine Vega-C zwei übereinander gestapelte Erdbeobachter ins All: Sentinel-3C für das Copernicus-Programm und rund eine Stunde später FLEX, den ersten ESA-Satelliten, der gezielt die Photosynthese vermisst. Sein Spektrometer fängt das extrem schwache Leuchten ein, das Pflanzen abgeben, während sie Sonnenlicht aufnehmen.
Die Mondfahrer treten zur Seite. Knapp zwei Wochen nach der Ehrenmedaille des US-Kongresses, über die wir Ende August berichtet haben, wechseln Artemis-II-Kommandant Reid Wiseman und Pilot Victor Glover ins Emeritus-Programm der NASA. Sie beraten die Behörde künftig und geben ihr Wissen an die aktiven Astronautinnen und Astronauten weiter, fünf Monate nachdem sie mit Christina Koch und dem Kanadier Jeremy Hansen den Mond umrundet haben.
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Neu auf dem Kanal: In 3,5 Tagen zum Mars?
Elon Musk schreibt, die Menschheit werde eines Tages eine Billion mal eine Billion Dollar für Antimaterie-Antriebe ausgeben, und NASA-Chef Jared Isaacman stimmt mit vier Wörtern zu. Im neuen Video sortieren wir, was hinter dem Hype steckt: warum das CERN in seiner ganzen Geschichte weniger als zehn Nanogramm Antimaterie hergestellt hat, was das ALPHA-g-Experiment über Antigravitation verrät und was die Physik zu einem angeblich treibstofflosen Antrieb aus Florida sagt, der den Mars in 3,5 Tagen erreichen soll.
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Sneak Peek: Was als Nächstes kommt
Am Mittwoch (16.09.) geht es um das Start-up, das mit Spiegeln im Orbit Sonnenlicht in die Nacht verkaufen will. Am Freitag (18.09.) sprechen wir ausführlich mit Josefine Lissner und Lin Kayser von Leap 71, deren Software Raketentriebwerke selbst konstruiert. Am Sonntag (20.09.) kommt unser Update zu Flug 14, mit allem, was SpaceX jetzt bestätigt hat, und dem, was Musk und Gwynne Shotwell beim All-In Summit verraten haben. Am Dienstag (22.09.) sind wir live beim Start, die Analyse folgt am Mittwoch (23.09.).
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P.S. Starship-Termine rutschen gern. Dein Cockpit-Zugang rutscht mit. |
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Transparenz: Der Autor hält Aktien von SpaceX und Rocket Lab.
Per aspera ad astra
Dein Sirwan
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