|
Mars Chroniken
Dein wöchentlicher Funkspruch aus dem All · Lesezeit rund 5 Minuten
|
|
|
|
Hallo Raumfahrt-Fan,
das Wichtigste zuerst: Starship Flug 14 startet nicht am Dienstag, 22. September, wie in der letzten Ausgabe angekündigt, sondern frühestens am Montag, 28. September. Die Details findest du unten in Kurz notiert, dein Angebot fürs Start-Cockpit gleich hier darunter. Damit sind wir schon beim Thema dieser Woche, denn sie handelt von Zeitplänen und davon, wie wenig sich die Wirklichkeit an sie hält. Europas Ariane 6 ist gefragt wie nie und verliert ausgerechnet jetzt einen Teil ihres Startjahres. Und auf dem Mars fährt ein Rover, der für knapp zwei Jahre geplant war, seit 5.000 Marstagen. |
|
Zum Start am 28. September
Der Termin rutscht, das Start-Cockpit rutscht mit
Sechs Tage Verschiebung, und genau dafür ist das Start-Cockpit gebaut: Die Missionsuhr ist von selbst auf den 28. September mitgewandert, und wer schon einen Zugang hat, muss nichts tun. Das Cockpit ist eine Seite im Browser neben dem Stream, am Laptop oder am Handy, ohne App. Es erklärt dir in den entscheidenden Minuten, was gerade passiert und ob die Zahl auf dem Bildschirm gut ist.
| ▸ |
Missionsuhr mit Countdown und Mission Clock, die bei jeder Verschiebung von selbst mitwandert |
| ▸ |
Flug-Timeline nach dem offiziellen Ablauf von SpaceX: jedes Ereignis vom Abheben bis zur Wasserung im Pazifik erklärt, die Markierung läuft live mit |
| ▸ |
Neu seit der letzten Ausgabe: beide Briefing-Videos direkt im Cockpit und die Geschichte der Bergung von Ship 40 |
| ▸ |
Dazu das Startwetter Stunde für Stunde, alle bisherigen Starship-Flüge mit unseren Analysen und die Meldungen von SpaceX aus X an einer Stelle |
Der Zugang kostet einmalig 9,60 Euro inklusive Umsatzsteuer, kein Abo. Verschiebt sich der Start noch einmal, gilt er ohne Frist weiter, bis 48 Stunden nach dem Flug. Unser Livestream auf YouTube bleibt natürlich kostenlos.
|
Nur für Newsletter-Leser
NoctisLabyrinthus30
30 Prozent Rabatt: Du zahlst 6,72 Euro statt 9,60 Euro.
Auf der Bestellseite ins Feld Gutscheincode eintragen.
|
Deinen Zugangslink bekommst du per E-Mail. Kanalmitglieder und Patrons bekommen das Cockpit gratis, den Code finden sie in den Mitglieder-Beiträgen auf YouTube und Patreon.
|
|
|
|
Alle wollen Europas Rakete. Sie bleibt am Boden.
Schlechter hätte das Timing kaum sein können. Vor einer Woche schrieben wir hier über den größten Auftragseingang, seit die Ariane 6 im Dienst ist. Jetzt wird bekannt, dass die Rakete 2026 deutlich seltener fliegt als geplant. Die französische Wirtschaftszeitung La Tribune berichtete am 17. September zuerst von einem technischen Problem, der Branchendienst Space Intel Report nannte tags darauf das Bauteil: eine Turbopumpe, also eine der Hochleistungspumpen, die den Treibstoff in die Brennkammer pressen. Aufgefallen ist der Fehler demnach schon im August bei Prüfungen am Boden.
Acht Starts hatte sich Arianespace für dieses Jahr vorgenommen, vier sind geflogen, zuletzt am 27. August mit dem Wettersatelliten MTG-I2. Statt drei oder vier weiterer Flüge sind laut Space Intel Report nur noch ein bis zwei wahrscheinlich, je nachdem, ob sich die Pumpe am Startplatz in Kourou reparieren lässt oder getauscht werden muss. Die ESA bestätigte dem Fachportal European Spaceflight am 21. September nur, man wisse von den Verzögerungen. ArianeGroup und Arianespace versichern, der Hochlauf der Produktion laufe reibungslos und das Ziel von neun bis zehn Starts pro Jahr ab 2027 stehe, lediglich den Flugplan für dieses Jahr müsse man anpassen. Welche der vier Turbopumpen in den Triebwerken Vulcain 2.1 und Vinci betroffen ist, sagt niemand.
Brisant wird die Panne durch das, was gleichzeitig am Markt passiert. Laut Space Intel Report teilt SpaceX Interessenten inzwischen mit, dass es keine neuen Aufträge für kommerzielle Falcon-9-Starts mehr annimmt. Giulio Ranzo, Chef des italienischen Raketenbauers Avio, beschrieb die Folgen schon am 10. September vor Analysten: Bei ihm melde sich "ein ganzer Haufen Kunden", die Zeit der Kampfpreise sei vorbei, "die Party ist zu Ende". Unsere Einschätzung: Europa bekommt gerade genau die Nachfrage, die es sich jahrelang gewünscht hat. Bedienen kann es sie nur, wenn die Ariane 6 vom Auftragsbuch auf die Startrampe kommt.
|
|
|
5.000 Marstage: der Rover, der nicht aufhört
 |
| Curiositys Gruß zum 5.000. Marstag: zwei Schwarz-Weiß-Panoramen der Navigationskameras, eines vom Morgen, eines vom späten Nachmittag, übereinandergelegt und nachträglich eingefärbt. Blau steht für den Morgen, Gelb für den Nachmittag. Bild: NASA/JPL-Caltech |
Geplant war ein Marsjahr, also 687 Erdentage. Geworden sind es siebeneinhalb Marsjahre, und ein Ende ist nicht in Sicht. Am 29. August hat der NASA-Rover Curiosity seinen 5.000. Marstag erlebt, in der Sprache des Missionsteams Sol 5.000. Weil ein Tag auf dem Mars knapp 40 Minuten länger dauert als bei uns, sind das mehr als 5.137 Erdentage, gut 14 Jahre seit der Landung im Gale-Krater am 6. August 2012.
Pünktlich zum Jubiläum fiel eine zweite Marke: Am 26. August stand Curiosity erstmals einen Kilometer höher als sein Landeplatz am Kraterboden. Seit 2014 klettert der 899 Kilogramm schwere Rover den Mount Sharp hinauf, einen rund fünf Kilometer hohen Berg, dessen Gesteinsschichten sich wie ein Geschichtsbuch des Planeten lesen lassen. Zum Vergleich: Der Rover Spirit schaffte 2005 an seinem Husband Hill 106 Höhenmeter. Das Missionsteam nennt Curiosity inzwischen einen Bergsteiger von Weltklasse, "zumindest für Mars-Verhältnisse".
Gefeiert wurde mit Arbeit. Der Rover steht an einer vom Wind geformten Sandrippe, die das Team Chocolatal getauft hat. Er hat mit einem Rad eine Kerbe hineingefahren und untersucht die freigelegten Schichten mit Laser, Lupenkamera und Röntgenspektrometer. Die Frage dahinter: Sind solche Rippen heute noch in Bewegung, und sind ihre Körner hier oben anders als weiter unten am Berg? Unsere Einschätzung: In einer Woche, in der Raketen auf Turbopumpen und Genehmigungen warten, tut eine Maschine gut, die seit 14 Jahren einfach weitermacht. Mehr als 40 Gesteinsproben hat sie erbohrt und dabei die größten organischen Moleküle gefunden, die bisher auf dem Mars nachgewiesen wurden.
|
|
|
Kurz notiert
Starship Flug 14 rutscht auf den 28. September. In der letzten Ausgabe stand noch Dienstag, 22. September, das ist überholt. SpaceX peilt den ersten Orbitflug jetzt frühestens für Montag, 28. September an. Das Startfenster öffnet unverändert um 14:15 Uhr unserer Zeit und dauert 75 Minuten. Einen Grund für die sechs Tage nennt SpaceX nicht, die Genehmigung der US-Luftfahrtbehörde FAA steht weiter aus, ihre Luftraumplanung führt den 29. September als Ersatztermin. Alles Weitere steht in unserem aktualisierten Artikel, den Livestream kannst du dir schon vormerken.
Crew-13 wartet auf Anfang Oktober. Eigentlich sollte die nächste Langzeitbesatzung am 12. September zur Internationalen Raumstation ISS starten, dann fiel bei der Startvorbereitung ein Oxidator-Leck im Antriebssystem der Dragon-Kapsel auf. Das betroffene Ventil ist laut NASA inzwischen getauscht, neuer Termin: frühestens Anfang Oktober. Kommandantin Jessica Watkins fliegt mit Luke Delaney, dem Kanadier Joshua Kutryk und dem Kosmonauten Sergej Teterjatnikow. Versorgt ist die Station trotzdem: Am 19. September dockte der russische Frachter Progress 96 mit knapp drei Tonnen Nachschub an.
|
|
|
Neu auf dem Kanal: Leap 71 packt aus
Zwei Menschen, kein einziger Investor, 20.000 Euro Startkapital und ein Rechenmodell, das eigenständig Raketentriebwerke entwirft. Im ausführlichen Gespräch erzählen Josefine Lissner und Lin Kayser von Leap 71, warum sie ihre Firma von Dubai aus führen und nicht von Deutschland, weshalb die NASA-Formeln aus den Sechzigern an einer Aerospike-Düse scheitern und warum der eigentliche Engpass der Branche Teststände sind. Knapp drei Stunden, mit Kapitelmarken zum Springen. Ebenfalls neu seit der letzten Ausgabe: Teil 2 unseres Briefings zu Flug 14 und das Video über das Start-up, das Sonnenlicht in die Nacht verkaufen will.
|
|
|
Sneak Peek: Was als Nächstes kommt
Am Mittwoch (23.09.) geht es um das RS-25, das Triebwerk, das schon das Space Shuttle angetrieben hat und heute die Mondrakete Space Launch System (SLS) in den Himmel schiebt. Am Sonntag (27.09.) folgt der Plasmaantrieb der Ad Astra Rocket Company. Am Montag (28.09.) sind wir live dabei, wenn Starship zum ersten Mal in den Orbit fliegen soll, und wenn der Termin hält, kommt die Analyse gleich am Dienstag (29.09.). Anfang Oktober schauen wir dann durch das Vera-C.-Rubin-Observatorium.
|
|
|
Exklusiv im Planet Pioneers Shop
Zeig deine Liebe zur Raumfahrt mit unserem Ad-Astra-Merch. Mit dem Code MCP bekommst du 20 Prozent Rabatt auf alles.
|
|
|
|
Transparenz: Der Autor hält Aktien von SpaceX und Rocket Lab.
Per aspera ad astra
Dein Sirwan
|
|